Leben in Chiang Mai – was darf es kosten?

Tipp für Langzeitbleibende: Ich rate sich erst umzusehen, wenn man vor Ort ist. Es zahlt sich aus, sich für die ersten zwei, drei Nächte ein Hotel zu buchen und die Zeit tagsüber zu nutzen, die passende Unterkunft zu finden.

Unlängst hat mich eine Anfrage erreicht, wie hoch die Lebenserhaltungskosten in Chiang Mai sind. Dies hat mich dazu inspiriert einen Beitrag dazu zu schreiben und einen groben Überblick zu geben.

Die Frage lässt sich nicht so einfach beantworten. Es kommt stark darauf an, wie man leben möchte… Vorweg und allgemein kann ich nur sagen, je länger man bleibt, desto billiger wird es.

Wohnen

Chiang Mai wächst und wächst. An so ziemlich jeder Ecke ragen neue Gebäudekomplexe empor, die immer höher werden. Die meisten davon dienen als Wohnmöglichkeit, für Kurz- und Langzeitmieten. Neben herkömmlichen Hotels und Guesthouses, stehen auch Häuser zur Miete, meistens voll möbliert. Hier eine kurze Auflistung, über die Arten, der Unterkünfte und deren Kosten:

Art der Unterkunft Ungefähre Kosten Mind. Mietdauer

 

Hotel

(5* Hotel, z.B.: Le Meridian

ab ca. € 5,00 (200 Baht)

ab ca. € 150  und aufwärts)

Pro Nacht

Pro Nacht (nur zum Vergleich)

Hostels und Guesthouses

 

Ab € 2,50 (90 Baht) Pro Nacht
Apartment

 

Ab € 75,00 (2.500 Baht) Min. 3 Monate
Condos/Condominiums

 

Ab ca. € 100 (ca. 5000 Baht) Min 3 Monate – 6 Monate
Haus Ab ca. 150 € – Min 6 Monate – 12 Monate

Die Preise beziehen sich auf die günstigsten Wohnmöglichkeiten. Ein neues, modernes, möbliertes Condo mit ca. 30 qm2, Bad und Kochnische kostet ca. 8.000 Baht pro Monat (ca. 200 Euro), für dieses Geld könnte man sich auch schon ein günstiges Haus mieten. Es gibt einige Agenturen in Chiang Mai, die einen Rent-Service anbieten. Das bedeutet, dass die Makler mit dem Kunden zu den Objekten fahren, bis die passende Unterkunft gefunden ist. Viele der Komplexe haben mittlerweile auch einen Swimmingpool eingebaut, der im Mietpreis inkludiert ist. Was oftmals wie ein Hotel aussieht, ist im Grunde ein Condo-Komplex, mit Langzeitwohnmöglichkeit.

Tipp für Langzeitbleibende: Ich rate sich erst umzusehen, wenn man vor Ort ist. Es zahlt sich aus, sich für die ersten zwei, drei Nächte ein Hotel zu buchen und die Zeit tagsüber zu nutzen, die passende Unterkunft zu finden. Man kann problemlos am gleichen, oder nächsten Tag einziehen.

Zusätzlich muss man noch mit Wasser- und Stromkosten rechnen. Wasser kostet zwischen € 1,50 – € 2,00 pro Monat und Strom wird per Unit abgerechnet, also je nachdem wie viel man verbraucht. Wenn man Aircon/Klimaanlage nutzt, kann es schon etwas teurer werden. Ich komme im Monat auf ca. € 5,00 Stromkosten, für ein Zimmer mit Ventilator. Vor 1,5 Jahren hatte ich ein Haus gemietet, Aircon nutzte ich so gut wie nie, da beliefen sich die Kosten zwischen € 8,00 und € 12,00 pro Monat. Diese Extrakosten, hat man natürlich im Hotel, oder Guesthouse nicht! Internet ist in den meisten Fällen im Mietpreis inkludiert, wenn nicht, dann kostet es ca. € 5,00/Monat. Man kann sich auch einen eigenen Anbieter anschaffen. Verträge gibt es ab 6-monatiger Laufzeit.

Für Trainierende in Chiang Mai:

Bei Teamquest-Thailand gibt es auch die Möglichkeit sich im Gym einzumieten. Für einen Shared-Room, den man im schlimmsten Fall mit 4 Leuten teilt, zahlt man € 25,00 pro Woche (1000 Baht), für ein Einzelzimmer mit Ventilator sind es ca. € 150,00 pro Monat (7000 Baht). Die meisten Gyms in der Stadt bieten keine Unterkunftsmöglichkeit direkt im Gym an, aber etwas außerhalb schon, wie zum Beispiel bei Santai Muay Thai in San Kamphaeng (ca. 40 min Fahrt von Chiang Mai).

 

Essen

Essen gibt es hier an jede Ecke. Für Anspruchslose ist es das Paradies! Man bekommt hier rund um die Uhr und überall Essen. Thai-Essen in Chiang Mai ist super günstig. Eine Portion Reis, mit was auch immer man gerne möchte (Hühnchen, Gemüse, Meeresfrüchte, Tofu, etc.) kostet durchschnittlich 50 Baht (= ca. 1,30 €). Teurer wird es nur in feinen Restaurants bzw. zahlt man für „westliches Essen“ (Farang-Food) wie: Pizza, Spaghetti, etc.. Reis ist in Thailand das, was für uns Europäer das Brot ist. Reis wird zu jedem Gericht serviert, ob steamed Reis, gebratener Reis, brauner Reis, oder sticky Reis… all the way and always Reis!

Lecker, günstig und organic-food wird im PunPun gekocht, auch alles frisch zubereitet.  Kein Gericht ist teurer als 100 Baht (soviel kosten eigentlich nur die Quesadillas, Burritos gibt’s für 80 Baht). Das Traditionelle Thaiessen hingehen liegt zwischen 40 und 60 Baht. Alle Speisen gibt es auch in vegetarischer Version.

Thai-Sim-Card

Alles was man braucht, ist ein Handy/Smartphone, welches offen ist für alle Netze. Eine Thai-Sim-Card gibt es ab 50 Baht. Nimmt man sich eine Wertkarte, kann man diese problemlos und immer zB im 7/11 aufladen. (7/11 = ein 24 Stunden geöffneter Minimarkt, der von Essen über Superkleber bis hin zu Sim-Karten alles anbietet und alle paar hundert Meter zu finden ist). Aufladen kann man auch ab 50 Baht, einfach an der Kassa den Anbieter nennen, Telefonnummer eintippen und los geht’s. Ich persönlich verwende True-Move, weil ich in all der Zeit nie Probleme damit hatte.

Internet (wie schon erwähnt…)

WIFI (W-Lan) – das gibt es in Chiang Mai in einem jedem Kaffeehaus und ist gratis! Nistet man sich in einem Condo, oder Apartment ein, ist eine Wifi-Nutzung meistens im Mietpreis inbegriffen. Ansonsten kostet es extra, aber im Normalfall nicht mehr als 200 Baht. Es besteht auch die Möglichkeit, sich selbst einen Internetanschluss zu organisieren. Die Mindestlaufzeit beträgt 6 Monate und die Kosten belaufen sich ab 600/700 Baht aufwärts. (Anbieter wären zum Beispiel 3BB). Sämtliche Mobilfunk- und Internetanbieter findet man in den Shopping-Malls (Einkaufszentren). Meistens sind sie im 3. Oder 4. Stock zu finden.

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Warorot – Market – Chiang Mai: Hier findet man alles, vom Flower- und Fruit-Market bis zu Klamotten, Seide/Stoffen und noch vieles mehr…

Treppen rauf – Treppen runter

Treppen-Training, ein Workout, welches ich favorisiere. In diesem Beitrag erfahrt ihr, warum und wie Treppen-Training fit macht und die Gesundheit fördert. Profisportler bauen sie in ihren Trainingsplan mit ein und für einen Couch-Potato gibt es keine Ausreden mehr. Denn man findet Treppen überall und sie kosten nichts.

Ein- bis zweimal pro Woche baue ich eine kurze, dafür intensive Trainingseinheit ein, indem ich 200-300 Stufen zwischen 7 und 10 Mal hoch- und runter laufe. Es ist eine Art Intervalltraining und dauert ca. 30 bis 40 Minuten, inklusive Warm-Up und Pausen. Dies ist eine Form, wie man die Treppen nutzen kann.

Was sich verrückt anhört, ist eine tolle Möglichkeit sich auszupowern, die Ausdauer zu verbessern und die Beine werden bestens trainiert. Besonders im Kampfsport kommt es auf gute Beinarbeit an, man braucht starke, schnelle Beine für explosive Reaktionen. In Kampfsportarten mit Tritt- und Kicktechniken, möchte man natürlich auch einen starken, harten und effektiven Kick durchziehen können. Genau dies lässt sich durch die ein-, zwei zusätzlichen Treppen-Workout-Einheiten erzielen. Das Gute daran ist, Treppen findet man überall, sowohl im Outdoor- als auch im Indoor-Bereich. Diese Trainingseinheiten können somit überall und jederzeit durchgeführt werden. Langweilig wird das Workout sicher nicht, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, d.h. dass man die Einheiten abwechslungsreich gestalten kann: Single-Steps, Two-Steps, Single-Steps-Sprints, Two-Steps-Sprints, etc. Es kommt darauf an, was man trainieren möchte bzw. welches Trainingsziel man verfolgt.

Wissenschaftler der North American Menopause Society (NAMS) haben erforscht, dass sich das Treppensteigen positiv auf den Blutdruck auswirkt. Treppen-Workouts fördern die Senkung des Blutdruckes, verbessern die Ausdauer und führen zu einer stärkeren Beinmuskulatur. Die Ergebnisse der Studie wurden online veröffentlicht auf sciencedaily.com. In der Studie ging es um Frauen, welche die Wechseljahre hinter sich gebracht haben. Hierfür ist eine Koreanerin viermal pro Woche 192 Stufen zwei bis fünfmal hoch marschiert. Nicht nur, dass der Blutdruck gesunken ist, auch hat sich die arterielle Steifigkeit reduziert und die Beinmuskulatur wurde gestärkt.

Für die jüngere Generation empfiehlt sich eine etwas intensivere Variante, immerhin soll das zusätzliche Training die bisherige Leistungsfähigkeit steigern und verbessern. Natürlich immer unter dem Gesichtspunkt, dass man sich bester Gesundheit erfreuen darf und sportlich aktiv ist.

Je nachdem, welches Ziel man verfolgt, eignen sich folgende zwei Varianten zur Durchführung einer Trainingseinheit.

Single-Steps:

Jede Stufe wird einzeln genommen. Entweder entschließt man sich, die ganze Länge in einem Zug hoch zu laufen, oder man sprintet 30 bis 60 Sekunden und legt dann eine Pause ein. Es empfiehlt sich die Treppen runter zu gehen und nicht zu laufen. Diese Methode eignet sich vor allem, um die Schnelligkeit zu verbessern.

Two-Steps:

Es werden zwei Stufen genommen. Mit dieser Form wird die Beinmuskulatur stärker trainiert, weil sie härter arbeiten muss. Je mehr man das Knie beugen muss, desto härter arbeitet auch der Oberschenkel und die gesamte Beinmuskulatur. Zum Aufbauen von Kraft, eignet sich diese Methode besser. Da zwei Stufen auf einmal genommen werden, verkürzt sich auch die Anzahl der Treppen, die man vor sich hat.

Zusammenfassung der Vorteile durch Treppen-Training:

  • Senkung des Blutdruckes
  • Verbesserung der Ausdauer
  • Stärkere Bein- und Wadenmuskulatur
  • Verbesserung der Sauerstoffaufnahme (VO2max)
  • Herz-Kreislauf-Training

Diese zwei, drei Methoden wurden hier von mir angeführt, um eine Idee von den Trainingseinheiten zu vermitteln und stellen keineswegs eine vollständige Liste dar, wie man Treppen-Training nutzen kann. Der eigenen Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Trainiert kann im aeroben Bereich, wie auch im anaeroben Bereich werden. Überlegt immer, was ihr trainieren wollt und welches Ziel ihr mit der jeweiligen Trainingseinheit verfolgt. Gestaltet euer Workout, wie es euch gefällt und Spaß macht, denn der sollte immer noch an oberster Stelle stehen, nach der Gesundheit ;). 

Wat Ban Pong
Tempel-Treppen Chiang Mai, Thailand