Muay Thai – Was ist das?

Erklärung – Geschichte & Entwicklung der Kampfsportart

Ich werde oft gefragt: „Na, wie läuft es mit dem Kickboxen so?“, oder „Trainierst du noch Kickboxen“? – Meistens versuche ich dann zu erklären, dass ich Thaiboxen und nicht Kickboxen trainiere. Es sind zwei verschiedene Kampfsportarten, die sich etwas ähnlich sind. Allerdings unterscheiden sie sich durch das jeweilige Regelwerk und den angewandten Techniken. Es ist ungefähr so, als würde man den Fußballclub FC Bayern München unter American Football einordnen. Als Laie ist es oft schwer nachzuvollziehen, was denn Thaiboxen so anders macht und warum es nicht Kickboxen ist. Dieser Beitrag soll etwas Licht ins Dunkle bringen und das Thaiboxen (thail.: Muay Thai) näher erklären.

Muay Thai – Einfach übersetzt …

„Muay“ ist das thailändische Wort für „Boxen“ und Thai steht für einfach für Thailand – (wobei das Wort „thai“ im Deutschen „frei“ bedeutet). Übersetzt heißt es nichts anderes als Thaiboxen, welche eine eigene Kampfsportdisziplin darstellt und der Nationalsport Thailands schlechthin ist. Muay Thai wird oft auch als „The Art of the 8 Limbs“ (übersetzt: Die Kunst der acht Gliedmaßen) bezeichnet. Die acht Gliedmaßen beziehen sich auf die Körperteile, welche im Kampf zum Einsatz kommen und entweder als „Waffe“, oder als Verteidigungsmittel gegnerischer Angriffe dienen. Zum Einsatz kommen, die beiden Fäuste (wie im Boxen), die beiden Ellbogen, die beiden Knie und die Schienbeine.

Ein bisschen Geschichte …

Die heutige Kampfsportart wurde als waffenlose Kriegskunst entwickelt. Und sollte dazu dienen, auch noch kämpfen zu können, wenn man von feindlichen Angreifern entwaffnet wird. Die genaue Entstehung ist jedoch schwer nachzuvollziehen, da viele Aufzeichnungen und Dokumente in den Kriegen verloren gegangen sind. Besonders in der Kriegszeit mit den Burmesen, die damalige Hauptstadt von Siam (heutiges Thailand) war Ayutthaya. Viele Gebäude und Bibliotheken brannten in der Kriegszeit ab, dort wurden die Dokumente aufbewahrt. Dennoch lassen sich Aufzeichnungen bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Demnach haben thailändische Soldaten die Kriegskunst entwickelt, als Erweiterung des „Muay Boran“ (Kampfkunst mit Waffen) und Krabi Krabong (Kampfkunst mit Schwertern und Säbeln) (Brandt: 2005, o.S.).

Thailand war und ist bis heute ein Königreich. Die königlichen Hoheiten sind tief mit dem Nationalsport verbunden, daher wird Muay Thai auch als „Sport der Könige“ bezeichnet. Die Geschichte des Sports wird in der Regel in die Ära des jeweiligen Königs eingeteilt. Hier ein paar Eckpunkte dazu:

  • 1584 King Naresun: Dieser ließ unter anderem nationale Unstimmigkeiten durch das Austragen von Thaiboxkämpfen entscheiden
  • Ab 1656 King Narai: Er führte die Tradition des Mongkong und Pa-Pra-Jiat (Armbänder, die um den Biceps getragen werden) ein.
  • 1703: Prachao Sua – „The Tiger King“: Er mischte sich incognito unters Volk, um kämpfen zu können
  • 1925 King Rama VI: Es wurde der Ring mit Seilen und eine Uhr als Zeitmessung eingeführt.

Eine Uhr als Zeitmessgerät? Wie wurden denn die Runden davor gestoppt? – auf kreative Art und Weise: Eine Kokosnussschale wurde ins Wasser gegeben, wenn diese gesunken war, war die Zeit um.

Heute sieht man die Kämpfer in Boxhandschuhen den Ring besteigen. Jedoch war das nicht immer so. Bis ca. 1930 trugen die Kämpfer Hanfbandagen um die Faust, welche teilweise auch in Kleber getunkt wurden, damit die Glassplitter halten, um mehr Schaden anrichten zu können. Tiefschützer gab es auch damals schon, diese bestanden aus einer Kokosnussschale und einer zusätzlichen Polsterung. 1930 feierte der Sport eine wichtige Entwicklung: Die zum Teil heute gültigen Regeln und Bestimmungen wurden eingeführt, sowie das Tragen von Boxhandschuhen.

Muay Thai – Ein Sport mit viel Tradition …

Thailand ist generell ein Land mit viel Tradition und Kultur, welche stets geehrt wird. So gehört auch zum Nationalsport ein traditionelles Ritual, welches in fast keiner anderen Kampfsportart zu sehen ist. Wenn ein Kämpfer den Ring betritt, setzt ihm sein Trainer einen Monkong/Monkol auf den Kopf. Dies ist ein Stirnband, welches Glück bringen soll. Es wird sehr respektvoll behandelt, dies äußerst sich dadurch, dass der Monkol nie auf den Boden gelegt wird, bzw. immer über den Ringboden aufgehoben wird. Über den Biceps werden Armbänder geschnürt, diese nennt man: Pa-Pra-Jiat. Laut der Geschichte haben früher die Mütter aus Kleidung diese Armbänder hergestellt, für ihre Söhne, die in den Krieg gezogen sind. Sie wurden als Talisman und Glücksbringer betrachtet.

Vor Kampfbeginn führen die beiden Kämpfer im Ring einen Tanz auf. Den „Ram Muay“ bzw. „Wai Kru“. Dazu wird eine traditionelle Musik gespielt, oftmals auch Live. Das Wort „Ram“ bedeutet Tanz, Wai ist das thailändische Wort für Grüßen und Kru bedeutet Trainer. Mit dem Wai Kru wird der Trainer geehrt. Man erweist ihm Respekt. Nicht jeder Tanz sieht gleich aus. Meistens wird der Stil vom Trainer an seinen Schüler weitergegeben. Als Dank und Respekt führt der Schüler diesen vor dem Kampf auf. Gleichzeitig wird auch die Familie und Buddha geehrt.

img_3446.jpg
2015: Chiang Mai Boxing Stadium. Aufführung Wai Kru vor Kampfbeginn

Die Tradition, die Techniken, der Sinn von Muay Thai, all das unterscheidet es vom Kickboxen. Die Art und Weise, wie in Thailand gekämpft wird macht das Thaiboxen zu etwas Besonderem. Aggressives Losgehen auf den Gegner wird eher als negativ eingestuft: Kann sich der Gegner schützen, behält seine Balance und kann kontern, dann sieht die Jury ihm im Vorteil und überlegen. Je ruhiger ein Kämpfer nach außen wirkt, desto professioneller schätzen ihn die Punktrichter ein.

„Sabai Sabai“, hört man die Thai-Trainer immer wieder rufen. Übersetzt heißt es „Relax, Relax (ruhig bleiben)“. Je stiller es im Kopf ist, desto besser wird die Herausforderung gemeistert. Nun, denn:

„KEEP CALM and Muay Thai“ 

Hier könnt ihr die dazugehörige Literatur nachschlagen:

Ready for Life …

Thailand Part II …

Liebe Leute, am 01. März geht es los für mich. Zurück nach Thailand, wo ich schon fast drei Jahre meines Lebens verbracht habe. Ich möchte mich in meinem ersten Beitrag kurz bei euch vorstellen. Mein Name ist Birgit, ich komme aus Österreich, Salzburg. Ich liebe den Sport und bin seit guten 10 Jahren fanatisch, wenn es ums Thaiboxen – Muay Thai – geht. Seit 14 Monaten bin ich wieder in Österreich, habe so gut es ging meinen Sport weitergelebt und erfolgreich die Ausbildung zum Dipl. Fitness- und Gesundheitstrainer genossen. Ich habe den Entschluss gefasst, zurück in meine Wahlheimat zu gehen und dort meine Leidenschaft zu leben und an meiner Karriere zu feilen. Ich hoffe ich kann euch mit meinem Blog motivieren am Ball zu bleiben, egal wie eure Träume aussehen. Ich gebe mein Leben hier wieder auf und fliege nach Thailand, um dort Vollzeit zu trainieren, in den Ring zu steigen und mein Leben so erfolgreich wie möglich zu leben und zu meistern. Ich liebe es mit Menschen zu arbeiten, die auch einen Traum verfolgen, ich liebe es Menschen zu motivieren, dass zu tun, was ihnen Spaß macht, egal ob es um ein Hobby geht, oder den Traumberuf zu verfolgen. Körperliche und mentale Fitness spielen eine große Rolle. Insbesondere der zweite Punkt. Mit mentaler Fitness lassen sich Ziele erreichen, wo andere sagen: „Das geht doch nicht“. Alles geht, wenn man will und bereit ist, dafür zu arbeiten.

Mit meinem Blog möchte ich jeden, den es interessiert, berichten, wie das Leben in Thailand aussieht, worum es im Thaiboxen geht, was man alles machen kann, sportlich und natürlich auch in der Freizeit (also sonntags 😉 in meinem Fall) und gerne so viele Fragen wie möglich beantworten, die mich erreichen.

Da mir bei meinen eigenen Recherchen oft aufgefallen ist, dass es unter Deutschsprachigen wenig aktuelle Infos gibt und noch weniger, wenn es um den Nationalsport Thailands geht, fühle ich mich fast verpflichtet, diese Lücke zu füllen und so viele Informationen und Berichte zur Verfügung stellen, wie es mir möglich sein wird.

Ich hoffe, dass ich damit viele Interessierte auch begeistern kann und so mancher meine Reise verfolgen wird.

IMG_5113