Non-Immigrant-Visa-Antrag in Laos

Die Visa-Prozedur dauert zwei Tage, am ersten Tag muss in der Früh bis 12:00 Uhr mittags der Antrag gestellt werden und am nächsten Tag, nachmittags ab 13:30 Uhr wird das Visum abgeholt.

Drei Tage in Vientiane … 29-03-2018 – 30-03-2018

Laos – Ein Binnenstaat in Südostasien. Westlich von Laos liegt Thailand. Die beiden Staaten werden durch den Mekong-River getrennt, er bildet die Grenze zwischen den beiden Ländern. 1994 wurde die erste Freundschaftsbrücke erbaut, welche die Hauptstadt von Laos, Vientiane und die Thailändische Provinz Nong Khai verbindet. Sie ist, laut Internetangaben, 1.170 m lang. Da man das Land seither auch über den Landweg bereisen kann, ist es ein beliebtes Reiseziel für Touristen in Thailand, um ihren Aufenthalt verlängern zu lassen.

Ein Non-Immigrant-Visa für Thailand lässt sich nur außerhalb Thailands beantragen. Befindet man sich bereits im Land und findet eine Arbeit, oder entschließt sich eine Schule, Ausbildung, oder dergleichen zu besuchen, muss man ausreisen. Vom zukünftigen Arbeitgeber bzw. der Schule bekommt man die nötigen Dokumente ausgehändigt.

Flug nach Laos…

Hat man nur ein One-Way-Ticket nach Thailand gebucht, wird man oft am Flughafen, von der Fluggesellschaft gefragt, ob man eine Weiterreise gebucht hat. Dies hat folgenden Grund: Als Tourist bekommt man nur eine 30-tägige Aufenthaltsgenehmigung für Thailand. Im Fall, dass die thailändische Immigration am Flughafen (zB in Bangkok) die Einreise verweigert, muss die Fluggesellschaft für den Heimflug sorgen. Daher gehen sie auf Nummer sicher und wünschen ein Ausreiseticket innerhalb der 30 Tage zu sehen. Sie lassen nur Flugtickets gelten, keine Bus- oder Zugkarten.

Ein Flug von Chiangmai nach Vientiane über die Fluggesellschaft Air-Asia kostet ca. 90,00 € ohne Gepäck. Simple über das Online-Booking-Tool von Air-Asia zu buchen. Einen Direktflug gibt es nicht, man landet am Don-Muang Flughafen in Bangkok bevor die eigentliche Ausreise losgeht.

Einreise – Wattay International Airport in Vientiane

Um einreisen zu können, benötigt man ein Visum, welches am Flughafen beantragt wird. Im Flugzeug erhält man die „Arrival- und Departurecard“. Diese muss ausgefüllt sein, wichtig ist wieder die Angabe einer Adresse, wo man in Laos wohnen wird und ein Reisepass, der mindestens noch sechs Monate gültig ist. Am Flughafen selbst gibt es Pulte, wo man den „Einreiseantrag/Visaantrag“ findet und ausfüllen muss. Ein Passfoto sollte man bereithalten. Die Lady, welche für Fragen bereitsteht, teilte mir mit, dass 1 USD kassiert wird, wenn man kein Foto zur Hand hat.

Ist alles ausgefüllt, übergibt man alles am Kontrollschalter, die Visagebühren werden eingehoben und nun hat man ein Visum für Laos, welches 30 Tage gültig ist. Die Visagebühren unterscheiden sich je nach Herkunftsland. Für Österreicher fallen 35 US-Dollar an, oder 1500 Thai-Baht. Akzeptiert werden am Flughafen beide Währungen. Für das Foto wurden von mir keine Gebühren eingehoben, könnte auch sein, dass sie es vergessen haben.

Die Treppe runter, ist auch schon der Taxi-Stand. Vom Flughafen bis zum Hotel, welches in der Nähe des Mekong-River liegt, sind es ca. 15 Minuten Fahrt für 260 Baht (= ca. 7,00 €). Hier war auch das erste und letzte Mal in Laos, dass ich mit Thai-Baht bezahlt habe und Thai-Baht zurückbekommen habe.

Die offizielle Währung in Laos ist „Kip“. Ein Euro ist ca. 10.000 Kip wert, oder ca. 40 Baht. Man kann überall mit Thai-Baht bezahlen, muss allerdings darauf gefasst sein, dass der Restbetrag in Kip ausbezahlt wird. Es empfiehlt sich immer nachzurechnen!!!

Die Visa-Prozedur dauert zwei Tage, am ersten Tag muss in der Früh, bis 12:00 Uhr mittags, der Antrag gestellt werden und am nächsten Tag, nachmittags ab 13:30 Uhr wird das Visum abgeholt. In meinem Fall war es bereits Nachmittag, daher nutze ich den Tag, um die Umgebung zu erkunden. Vientiane ist nicht sehr groß und hat ca. so viele Einwohner, wie Salzburg. Es ist auch alles leicht zu Fuß zu erreichen, wenn man die Hitze gerne hat und nicht unnötig Geld und Nerven für Taxis und Tuk-Tuks ausgeben möchte.

Royal Thai-Consular: Tag 1

Zunächst ein wichtiger Hinweis: In Vientiane gibt es die Thai Embassy und die „Consular Section of the Thai Embassy“ – und hier werden die Visaangelegenheiten erledigt. Die Adresse lautet: 316 Rue Bourichane.

Thai-Konsulat
Thai-Konsulat, Vientiane, Eingang

Das Konsulat öffnet seine Pforten um 08:30 Uhr. Da der Andrang sehr groß ist, ist man gut beraten früher dort zu sein. Ich war um kurz vor 07:00 Uhr früh dort und es hatte sich bereits eine Schlange gebildet, mit ca. 150 wartenden Leuten. Und das an einem Donnerstag. Laut Aussagen von Touristen, sind Montage und Dienstage die hektischsten Tage und mittwochs soll es am ruhigsten sein. Vor mir war eine philippinische Reisegruppe angekommen. Es gibt Agenturen, die Visa-Runs organisieren. Man bekommt ein Kärtchen um den Hals gehängt und die Agentur kümmert sich um An- und Abreise und dass alles glatt abläuft. Ich dachte soweit alle Dokumente bereit zu haben: Anschreiben, Kopie vom Reisepass, Passbilder, nur der Antrag fehlte mir noch. Diesen wollte ich mir vor Ort besorgen. Vor dem Konsulat bieten nach der Reihe Laoten ihre Hilfe an. Für ca. 100 Baht füllen sie den Antrag für einen aus. Ich verzichtete auf den Dienst. Gegen 08:00 Uhr durften wir alle durch das Tor gehen. Leider konnte ich den Antrag nicht finden und wartete bis ich an der Reihe war. Pünktlich um 08:30 Uhr fing das Prozedere an. Eine Nummer bekommt man anfangs nicht zugeteilt. Ganz nach dem Motto: Wer zuerst kommt, malt zuerst. Am Tag zuvor ließ ich noch schnell Passbilder machen, für € 2,50 bekam ich vier Bilder mit blauen Hintergrund in binnen von zehn Minuten, in einem Fotogeschäft. Leider waren die Informationen im Internet und die Auskunft meines zukünftigen Lehrers für Selbstverteidigung veraltet. Die Passbilder müssen seit neuestem alle mit weißen Hintergrund abgegeben werden. Also, obwohl ich es anfangs geschafft hatte nach nur ca. 1,5 Stunden warten, an der Reihe zu sein, war ich noch nicht fertig. Ich bekam das Antragsformular und musste neue Bilder machen lassen. Für 40 Baht (= ca. 1 Euro) bekommt man gleich im Gebäude nebenan, vier neue Passfotos mit weißem Hintergrund.

Nun hieß es wieder anstellen und warten. Nach gut weiteren zwei Stunden konnte ich meine Dokumente vollständig übergeben und erhielt nun eine Nummer. Im Büro vorne werden die Dokumente überprüft, wenn alles in Ordnung ist, wird einem mitgeteilt, dass man am darauffolgenden Tag wiederkommen soll, um das Visa und den Reisepass abzuholen.

Thai Consular Section, Vientiane
Wartebereich für Visa-Anträge

Nach nochmal gut einer Stunde Wartezeit hatte ich Tag 1 fast geschafft. Aus dem Reisepass musste noch das Visum für Laos kopiert werden. Also wieder zurück in das andere Gebäude, zwei Kopien, um 10 Baht, machen lassen, wieder zurück zum Schalter, alles abgegeben und mit der gleichen Nummer in der Hand endlich rausmarschieren.

Da ich mir Geld sparen wollte und Zeit totschlagen musste, entschloss ich mich zu Fuß zum Hotel zu gehen. Laut Google-Maps wurde mir ein Spaziergang von 30 Minuten vorhergesagt. Die ersten 20 Minuten lief auch alles wie am Schnürchen, bis ich an einer Kreuzung die falsche Richtung wählte und schwuppdiwupp irgendwo in Vientiane stand, nur nicht da, wo ich hinwollte. Ruhe bewahren – das ist es, woran ich in Südostasien am häufigsten arbeite. Ich entschloss mich, am zufällig vorbeigekommenen Stand, den Coconut-Shake ( für 0,80 Euro) zu kaufen, mich hinzusetzen und zu überlegen. Wobei ohne Internet am Handy und ohne Vientiane-Karte in der Hand, gab es nicht viel zu überlegen. Ich konnte mich nur für links, oder rechts entscheiden. Eine Situation, in der mir immer das Sprichwort: „Wenn du nicht weißt, wo du hingehst, ist es auch egal, welche Richtung du wählst“ in den Sinn kommt. Daher ging es mit dem Shake in der Hand weiter. Fast wollte ich schon ein Tuk-Tuk anhalten, aber da fand ich mich plötzlich vor dem Denkmal Vientianes und wusste am richtigen Weg zu sein. Somit waren zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

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Patuxai – Denkmal an das Erlangen der Unabhängigkeit von Frankreich

Am Heimweg, kam ich noch an einigen Tempeln vorbei und am Präsidentenpalast, welcher richtig Eindruck von außen macht. Nach guten 1,5 Stunden war ich endlich wieder auf meinem Zimmer. Mittlerweile war es schon Nachmittag. Die Sonne am Swimmingpool war schon weg, daher blieb nur die umliegenden Kaffeehäuser und den River-Market zu besuchen. Jeden Abend ab 18:00 Uhr gibt es einen endlos-scheinenden Markt den Mekong-River entlang. Es ist ein typischer Touristenmarkt, mit viel Kleidung, Schuhen, Make-Up, etc.

Visa-Tag-2

Die Freude, einen Tag ausschlafen zu können, war groß. Am nächsten Tag musste ich erst kurz nach Mittag beim Konsulat sein. Ich genoss noch ein Frühstück im Hotel, checkte aus und machte mich auf den Weg. Der Plan war: Reisepass mit Visa holen, zum Bus-Bahnhof gehen, Ticket kaufen und zurück nach Thailand fahren.

Ich machte mich zu Fuß auf den Weg, diesmal ohne verloren in Vientiane zu sein. Am Konsulat angekommen, bildete sich wieder eine Schlange von Menschen. Pünktlich um 13:30 Uhr wurde die Nummer 1 zum ersten Schalter gebeten. Ich hatte Nummer 391.

Nummer_Visa

Tag zwei am Konsulat läuft etwas entspannter ab, man wartet nur bis man aufgerufen wird, holt den Reisepass und geht wieder. Nach gut 1,5 Stunden war ich dran. Die Nummern werden im Sekundentakt nach der Reihe aufgerufen, daher geht dann doch alles ziemlich schnell. Wie gesagt, es zahlt sich aus, am Vortag früh genug dort zu sein und alles mit zu haben, was verlangt wird, dann wartet man am nächsten Tag auch nicht so lange.

Beim Verlassen des Konsulats stehen schon zig Taxi- und Tuktuk-Fahrer bereit, die einem eine „Border-Überfahrt“ anbieten. Das bedeutet sie fahren einen zur Friendship-Bridge, für einen Preis von 100-200 Baht, je nachdem wie gut man verhandelt. Für mich galt: Ab zum Bus-Bahnhof. Was sicher ist, ist sicher. Vom Konsulat bis zum Bahnhof, waren es ca. 20 Minuten Gehzeit. Ein Busticket bekommt man problemlos am Schalter und kann schon mit dem nächsten Bus losfahren. 15.000 Kip für ein Ticket (= € 1,50) für eine Fahrt nach Thailand, die ca. eine Stunde dauert.

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Busticket: Vientiane – Nong Khai

 

Ausreise Laos – Einreise Thailand

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Grenze: Friendship-Bridge Laos-Thailand

Der Bus fährt von der Central-Bus-Station ab, im Stundentakt. Ich erwischte den um 15:30 Uhr. Wir kamen an der Friendschip-Bridge um kurz nach 16:00 Uhr an. Reisepass und Departurecard (Ausreisekarte für Laos) werden hier kontrolliert. Die Departurcard muss ausgefüllt sein und im Bus erhält man auch die Arrivalcard für Thailand. An der Grenze muss man den Bus verlassen und sich am Schalter anstellen. Ist man hier erst mal durch, wandert man wieder ein paar Meter zurück, da Laos ein Land ist, welches auch für die Ausreise Gebühren verlangt: 10.000 KIP (bzw. 40 Baht/ca. 1 Euro). Insgesamt waren drei Schalter geöffnet und überfüllt mit wartenden Ausreisenden. Unsere Zuständige für den Reisebus hat uns nach der Reihe rausgefischt und mitgeteilt, dass sie das Geld einsammelt, wir ein Ticket erhalten und damit durch das Drehkreuz gehen können. Gesagt, Getan. Anstelle noch mehr unnötig Zeit zu verlieren, waren wir in 15 Minuten fertig mit der Ausreise.

Es gibt Quellen, die besagen, dass man nur dann für die Ausreise bezahlen muss, wenn man nach 16:00 Uhr zur Grenze kommt. Allerdings habe ich hierfür keine Belege.

Die Einreise nach Thailand gestaltet sich, wie gehabt. Am Schalter anstellen, Reisepass und ausgefüllte Arrivalcard (mit ADRESSE!!!) vorzeigen, warten bis alles abgestempelt ist und ein Foto gemacht wird und willkommen zurück im Land des Lächelns. Wir mussten die Taschen aus dem Bus mitnehmen, da diese wohl öfters an der Grenze kontrolliert werden und durch den Scanner geschickt werden. Allerdings nicht an diesem Tag. Der uniformierte Herr schickte uns einfach weiter. Ein paar Minuten später waren wir auch schon am Busbahnhof von Nong Khai. Das Schöne an Thailand ist, dass man immer gleich empfangen wird … Kaum ausgestiegen, fragte mich eine Dame, ob ich mein Ticket schon habe. Ich antwortete ihr, dass ich nach Chiang Mai will, sie brachte mich zum richtigen „Schalter“ (ein aufgebauter Tisch, wo die Tickets ausgefüllt werden) und ich bekam mein Ticket nach Chiang Mai um 820 Baht (€ ca. 22,00), günstiger, als ich es recherchiert hatte. Die Distanz zwischen Nong Khai und Chiang Mai beträgt ca. 670 km. Planmäßige Abfahrt ist um 19:00 Uhr. Ich hatte wohl einen Glücksgriff gemacht und bekam den einen Sitz in der letzten Reihe: Großer und bequemer Sitz, ohne Sitznachbarn.

Ist der Bus losgefahren, wird man erstmal mit Proviant versorgt: Eine 0,5 Liter Wasserflaschen, Reis mit Hühnchen, Sojadrink und Kekse. Die Busse sind mit Aircon ausgestattet, dafür erhält man auch eine Decke. Es wird insgesamt nur eine Pause gemacht, ca. gegen 00:30 Uhr hielten wir für eine halbe Stunde an einer Tankstelle mit 7/11 an.

Gute 15 Stunden später, um 09:30 Uhr am nächsten Tag, war ich wieder Zuhause in Chiangmai angekommen!

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Busbahnhof Nong Khai Thailand
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Reisebus innen

 

Muay Thai – Was ist das?

Erklärung – Geschichte & Entwicklung der Kampfsportart

Ich werde oft gefragt: „Na, wie läuft es mit dem Kickboxen so?“, oder „Trainierst du noch Kickboxen“? – Meistens versuche ich dann zu erklären, dass ich Thaiboxen und nicht Kickboxen trainiere. Es sind zwei verschiedene Kampfsportarten, die sich etwas ähnlich sind. Allerdings unterscheiden sie sich durch das jeweilige Regelwerk und den angewandten Techniken. Es ist ungefähr so, als würde man den Fußballclub FC Bayern München unter American Football einordnen. Als Laie ist es oft schwer nachzuvollziehen, was denn Thaiboxen so anders macht und warum es nicht Kickboxen ist. Dieser Beitrag soll etwas Licht ins Dunkle bringen und das Thaiboxen (thail.: Muay Thai) näher erklären.

Muay Thai – Einfach übersetzt …

„Muay“ ist das thailändische Wort für „Boxen“ und Thai steht für einfach für Thailand – (wobei das Wort „thai“ im Deutschen „frei“ bedeutet). Übersetzt heißt es nichts anderes als Thaiboxen, welche eine eigene Kampfsportdisziplin darstellt und der Nationalsport Thailands schlechthin ist. Muay Thai wird oft auch als „The Art of the 8 Limbs“ (übersetzt: Die Kunst der acht Gliedmaßen) bezeichnet. Die acht Gliedmaßen beziehen sich auf die Körperteile, welche im Kampf zum Einsatz kommen und entweder als „Waffe“, oder als Verteidigungsmittel gegnerischer Angriffe dienen. Zum Einsatz kommen, die beiden Fäuste (wie im Boxen), die beiden Ellbogen, die beiden Knie und die Schienbeine.

Ein bisschen Geschichte …

Die heutige Kampfsportart wurde als waffenlose Kriegskunst entwickelt. Und sollte dazu dienen, auch noch kämpfen zu können, wenn man von feindlichen Angreifern entwaffnet wird. Die genaue Entstehung ist jedoch schwer nachzuvollziehen, da viele Aufzeichnungen und Dokumente in den Kriegen verloren gegangen sind. Besonders in der Kriegszeit mit den Burmesen, die damalige Hauptstadt von Siam (heutiges Thailand) war Ayutthaya. Viele Gebäude und Bibliotheken brannten in der Kriegszeit ab, dort wurden die Dokumente aufbewahrt. Dennoch lassen sich Aufzeichnungen bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Demnach haben thailändische Soldaten die Kriegskunst entwickelt, als Erweiterung des „Muay Boran“ (Kampfkunst mit Waffen) und Krabi Krabong (Kampfkunst mit Schwertern und Säbeln) (Brandt: 2005, o.S.).

Thailand war und ist bis heute ein Königreich. Die königlichen Hoheiten sind tief mit dem Nationalsport verbunden, daher wird Muay Thai auch als „Sport der Könige“ bezeichnet. Die Geschichte des Sports wird in der Regel in die Ära des jeweiligen Königs eingeteilt. Hier ein paar Eckpunkte dazu:

  • 1584 King Naresun: Dieser ließ unter anderem nationale Unstimmigkeiten durch das Austragen von Thaiboxkämpfen entscheiden
  • Ab 1656 King Narai: Er führte die Tradition des Mongkong und Pa-Pra-Jiat (Armbänder, die um den Biceps getragen werden) ein.
  • 1703: Prachao Sua – „The Tiger King“: Er mischte sich incognito unters Volk, um kämpfen zu können
  • 1925 King Rama VI: Es wurde der Ring mit Seilen und eine Uhr als Zeitmessung eingeführt.

Eine Uhr als Zeitmessgerät? Wie wurden denn die Runden davor gestoppt? – auf kreative Art und Weise: Eine Kokosnussschale wurde ins Wasser gegeben, wenn diese gesunken war, war die Zeit um.

Heute sieht man die Kämpfer in Boxhandschuhen den Ring besteigen. Jedoch war das nicht immer so. Bis ca. 1930 trugen die Kämpfer Hanfbandagen um die Faust, welche teilweise auch in Kleber getunkt wurden, damit die Glassplitter halten, um mehr Schaden anrichten zu können. Tiefschützer gab es auch damals schon, diese bestanden aus einer Kokosnussschale und einer zusätzlichen Polsterung. 1930 feierte der Sport eine wichtige Entwicklung: Die zum Teil heute gültigen Regeln und Bestimmungen wurden eingeführt, sowie das Tragen von Boxhandschuhen.

Muay Thai – Ein Sport mit viel Tradition …

Thailand ist generell ein Land mit viel Tradition und Kultur, welche stets geehrt wird. So gehört auch zum Nationalsport ein traditionelles Ritual, welches in fast keiner anderen Kampfsportart zu sehen ist. Wenn ein Kämpfer den Ring betritt, setzt ihm sein Trainer einen Monkong/Monkol auf den Kopf. Dies ist ein Stirnband, welches Glück bringen soll. Es wird sehr respektvoll behandelt, dies äußerst sich dadurch, dass der Monkol nie auf den Boden gelegt wird, bzw. immer über den Ringboden aufgehoben wird. Über den Biceps werden Armbänder geschnürt, diese nennt man: Pa-Pra-Jiat. Laut der Geschichte haben früher die Mütter aus Kleidung diese Armbänder hergestellt, für ihre Söhne, die in den Krieg gezogen sind. Sie wurden als Talisman und Glücksbringer betrachtet.

Vor Kampfbeginn führen die beiden Kämpfer im Ring einen Tanz auf. Den „Ram Muay“ bzw. „Wai Kru“. Dazu wird eine traditionelle Musik gespielt, oftmals auch Live. Das Wort „Ram“ bedeutet Tanz, Wai ist das thailändische Wort für Grüßen und Kru bedeutet Trainer. Mit dem Wai Kru wird der Trainer geehrt. Man erweist ihm Respekt. Nicht jeder Tanz sieht gleich aus. Meistens wird der Stil vom Trainer an seinen Schüler weitergegeben. Als Dank und Respekt führt der Schüler diesen vor dem Kampf auf. Gleichzeitig wird auch die Familie und Buddha geehrt.

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2015: Chiang Mai Boxing Stadium. Aufführung Wai Kru vor Kampfbeginn

Die Tradition, die Techniken, der Sinn von Muay Thai, all das unterscheidet es vom Kickboxen. Die Art und Weise, wie in Thailand gekämpft wird macht das Thaiboxen zu etwas Besonderem. Aggressives Losgehen auf den Gegner wird eher als negativ eingestuft: Kann sich der Gegner schützen, behält seine Balance und kann kontern, dann sieht die Jury ihm im Vorteil und überlegen. Je ruhiger ein Kämpfer nach außen wirkt, desto professioneller schätzen ihn die Punktrichter ein.

„Sabai Sabai“, hört man die Thai-Trainer immer wieder rufen. Übersetzt heißt es „Relax, Relax (ruhig bleiben)“. Je stiller es im Kopf ist, desto besser wird die Herausforderung gemeistert. Nun, denn:

„KEEP CALM and Muay Thai“ 

Hier könnt ihr die dazugehörige Literatur nachschlagen: