… steht für Strenght and Conditioning (engl. Kraft und Ausdauer). Übungen mit dem eigenen Körpergewicht und mit Kleingeräten sorgen für Abwechslung und schulen zeitgleich auch Gleichgewicht und Koordination. Aufgebaut als Zirkel wird in meiner Einheit auf Zeit trainiert und nicht auf Wiederholungen. Kraftausdauer, Kondition, Balance und Koordination stehen im Fokus.
Für Wen?
Alle, die ihre Fitness, Leistungsfähigkeit und sportlichen Fertigkeiten verbessern wollen. Die Intensität lässt sich auf jedermann/jede Frau anpassen und eignet sich somit vom Beginner bis zum Profi.
Was kostet es €€ ???
Privateinheit inkl. Anreise: € 75,00 inkl.USt. pro Einheit (Es können auch mehrere Personen teilnehmen)
In diesem Beitrag möchte ich meine persönliche Ringerfahrung in Thailand mit euch teilen. In meinen insgesamt über 3,5 Jahren in Thailand durfte ich mich 12 Mal im Ring selber testen. Warum ich „testen“ sage? … Ich liebe den Sport und den traditionellen Background von Muay Thai. Ich liebe es hart zu trainieren und immer besser zu werden. Ich liebe es Fortschritte an mir und meiner Technik festzustellen. Ich liebe es eine Technik zu lernen und zu sehen, dass die Anwendung Sinn macht und erfolgreich ist. Ich liebe den respektvollen Umgang mit Teamkollegen und Gegnern im und außerhalb des Ringes. Aber ich gehöre nicht zu den Personen, die vom großen Weltmeistertitel träumen, die alles hinnehmen, um dorthin zu gelangen. Respekt vor allen, die den Weg gehen! Denn ich liebe auch mein normales Leben, auch wenn ich die meiste Zeit des Tages, damit verbringe über Sport zu recherchieren, oder aktiv Sport zu betreiben. Daher teste ich mich gerne von Zeit zu Zeit im Ring, um in mein Training zurück zu gehen und da weiter zu feilen, wo ich noch besser werden kann.
Genau dafür bietet Thailand eine solide Ebene, um daran zu arbeiten, denn nirgendswo sonst bekommt man, vor allem als Frau, so oft die Möglichkeit geboten, einen Wettkampf zu bestreiten.
In diesem Beitrag möchte ich vor allem Fragen klären, wie: Welche Voraussetzungen braucht es, um in Thailand einen Thaibox-Kampf zu bestreiten. Wie sieht die Vorbereitung aus? Was sollte man alles beachten? Wie sieht ein Muay Thai Kampf aus? Welche Regeln gibt es? Sollte man seinen ersten Kampf in Thailand machen? Verloren – wie schlimm ist es wirklich?
Wie komme ich zu meinem ersten Thaibox-Kampf in Thailand?
Zunächst sollte man sich einen Gym suchen, wo man sich wohlfühlt, zufrieden mit dem Training ist, ein Trainer sich einem annimmt und man genügend Trainingspartner hat, die ungefähr die selbe Größe bzw. das selbe Gewicht haben, für Sparring und Partnerübungen. Die meisten Touristen bevorzugen im Süden Thailands zu trainieren, was auch völlig verständlich und in Ordnung ist. Der Vorteil davon ist, dass man viele namhafte Gyms findet und die Trainer auch motiviert sind, da die Konkurrenz nicht schläft und der Boss gerne einen vollen Gym mit zufriedenen Schützlingen sieht. Egal ob auf Phuket, Kho Samui, oder Kho Phangan, hier findet man überall tolle Muay Thai Gyms mit motivierten Trainern, die zu ihrer Zeit auch einige erfolgreiche Kämpfe bestritten haben. Der Durchschnitts-Thaiboxer beendet seine Karriere mit ca. 200-300 Kämpfen und ist dabei noch nicht mal in seinen Dreißigern angekommen. Aber auch im Norden haben die Gyms gutes Training zu bieten.
Erkundigt man sich, woher die besten Thaiboxer kommen, ist die Antwort meist eindeutig: Aus dem Isan (Esaan). Der Isan, im Nordosten Thailands, ist für seine Armenviertel bekannt. Hier wird hart trainiert, um es in die Metropole nach Bangkok zu schaffen. Die wenigen, die Glück haben, werden von einem der großen Gyms in Bangkok gesponsert und bekommen die Chance in den bekannten Stadien wie Lumpinee, oder Rajadamnern zu kämpfen und sich einen Namen zu machen. Das gewonnene Preisgeld wird meist den Familien gewidmet, um sie zu ernähren, ein weiterer Teil geht an den jeweiligen Gym und den Trainern. Als Tourist ist es oft schwierig im Isan ernst genommen zu werden und unter den selben Umständen, wie ein Thai trainieren zu können.
Nun zurück zur eigentlichen Frage, wie bekomme ich als „Farang“ (= Bezeichnung für alle Weißen in Thailand), einen Thaibox-Kampf.
Nachdem man sich für einen der Thaiboxgyms entschieden hat. Sollte man mindestens drei Wochen dort trainieren. Wenn man schon Vorerfahrung im Kämpfen mitbringt. Positiv ist auch, wenn man von den Trainern gelobt und bemustert wird, dann geht schon die erste Tür auf. Häufig kommen die Trainer auf einen zu und fragen, ob man Interesse hat, zu kämpfen. Willigt man ein, heißt dies von nun an mindestens zwei Wochen hartes Training: 2 x am Tag – 6 Tage die Woche. Sonntag ist der wohlverdiente „Day off“. Natürlich kann man auch selbst den Wunsch äußern fighten zu wollen.
„No Running, no fighting“, heißt einer der bekanntesten Leitsätze für erfolgreiches Kämpfen. Vor dem Training läuft man zwischen 5 km bis 10 km Distanzen. Dies fördert nicht nur die Kondition, sondern auch das mentale Training und Durchhaltevermögen. Schattenboxen, Pratzentraining mit dem Trainer, Technik, Speedkicks, Sparring und Clinchen stehen auf dem Tagesprogramm. Ein bis zwei Tage vor dem eigentlichen Wettkampf ruht man sich aus, damit der Körper fit und entspannt ist für den großen Tag. Eisbäder und Thai-Massagen fördern die Regenerationszeit und entspannen Körper, Geist und Seele.
Der Gegner
Wer ist mein Gegner – Eine gute und berechtigte Frage, die sich oft erst beantwortet, wenn man schon im Ring steht. Nein, das ist kein schlechter Scherz, sollte dennoch niemanden abschrecken, es ist harmloser, als es klingt. Im Idealfall, weiß der Trainer im Vorhinein gegen wen man antritt und kann einem Tipps geben bzgl. Kampfstil. Aber es ist keine Seltenheit, dass man im Stadion ankommt und der Promoter kurzerhand beschließt jemand anders in den Ring zu schicken. Auch die Bilder auf den Plakaten und Flyern sagen meist nicht viel über den Gegner aus. Ausnahme ist natürlich ein Titelkampf, dann steht die Sache fest und es gibt auch eine Abwaage 😉
Der große Tag – eine Checkliste:
Je nachdem, wo man kämpft, fährt man entweder selbst mit dem Roller zum Stadion, oder es wird eine Fahrgemeinschaft organisiert. Wichtig ist, dass man alles mitnimmt, was man benötigt. Hier eine Checkliste:
Mundschutz
Thaiboxshorts, Shirt (bei Frauen)
Groin Guard („Cup“ – bei Männern)
Liniment Oil – Thaibox-Öl, in jeder Apotheke erhältlich
2 – 3 weiße Tapes, 2,5 cm, auch in der Apotheke erhältlich
Bandagen (Hand-Wraps)
Vaseline
Wasser (1,5 -3 Liter)
Mongkong – wer einen eigenen hat, ansonsten nimmt der Trainer einen mit
Prajead (Oberarm-Bänder, optional)
Handtuch
Kampftag- der Ablauf
Im Stadion angekommen, holt man sich am besten gleich das Programm, damit man weiß, wann man an der Reihe ist. Rechtzeitig wird der Trainer anfangen die Hände zu bandagieren und zu tappen. Der beste Teil am Kämpfen ist die Massage. Der ganze Körper wird mit dem Liniment Öl eingeschmiert und einmassiert. Das Öl dient dazu die Muskeln aufzuwärmen und fördert die Durchblutung. Allein der Geruch sagt einem: „Ab in den Ring“. Der Mongkong wird Frauen erst aufgesetzt, wenn sie im Ring sind. Der Grund dafür ist, dass wir Frauen unter dem untersten Ringseil einsteigen. Die Männer dürfen über das oberste Seil steigen. Wenn beide Kämpfer im Ring sind, prüft der Ringrichter die Handschuhe, Mundschutz, Füße, etc.. Sobald man die traditionelle Thaibox-Musik hört, fängt der Wai Kru (Ram Muay) an. Der Wai Kru wird vor jedem Kampf aufgeführt, um dem Trainer Respekt zu erweisen. Eine Kurzvariante ist, dass man einfach nur an den Seilen entlang geht, bis man wieder in seiner Ecke angekommen ist, man verbeugt sich und wartet bis der Ringrichter beide zur Ringmitte bittet. Die Regeln werden kurz erklärt, man geht zurück in die Ecke, der Mongkong wird vom Trainer abgesetzt, ein kurzes Gebet wird gesprochen, der Mundschutz eingesetzt und los geht’s!
Der Thaibox-Kampf
Ein ganzer Thaibox-Kampf geht über fünf Runden. Männer kämpfen 5 x 3 Minuten, mit einer Minute Pause zwischen den Runden. Frauen kämpfen 5 x 2 Minuten, mit einer Minute Pause zwischen den Runden.
Die ersten beiden Runden sollten ruhig angegangen werden und sind auch als „Warm-Up“ bekannt. Sie dienen auch dazu den Gegner auszutesten, seine Reaktionen zu beobachten und die geeignete Technik zu finden. Merkt man schon zu Beginn, dass Punches nicht gut vertragen werden, könnte dies die Technik zum Sieg sein, oder vielleicht ist man ein Master im Clinchen und findet so seinen Weg.
Ab der dritten Runde wird es interessant, die Musik wird schneller und die Kampfstrategie explosiver und härter. Jetzt geht es zur Sache. Die dritte und vierte Runde sind die beiden wichtigsten im ganzen Kampf. Oft entscheidet sich schon in Runde 4, wer gewinnt, außer man erzielt noch ein Knock-Out in der letzten Runde. Der Trainer wird einem deuten, ob man vorne liegt, oder weiter arbeiten soll. Liegt man vorne, empfiehlt es sich in Runde fünf einen Gang zurückzuschalten und die Punkte zu behalten. Wird man jetzt aggressiv, erzielt aber kein Knock-Out hinterlässt dies ein schlechtes Bild in den Augen der Jury und man verliert zum Schluss noch. Denn Aggressivität ist im Thaiboxen eher nicht gefragt. Gewinnen wird derjenige, der die beste Körperbeherrschung, Balance und Technik hat. Auch im Rückwärtsgang kann gewonnen werden. Wenn erfolgreich verteidigt und gecontert wird. Kicks zählen mehr als Punches. Kniestöße und Ellbogen, mehr als ein Kick. Im Clinch dominiert derjenige, der eine bessere Haltung, Balance zeigt und mehr Kniestöße zusammenbringt bzw. wenn der Gegner aus seiner Haltung gebracht werden kann.
Pre-Fight: Handwrapping Time
Vor dem Kampf. Der Segen vom Trainer
Am Ende des Kampfes…
Ertönt der letzte Glockenschlag (Bell ring) bedankt man sich beim Gegner. Eine kurze Verbeugung, oder Umarmung ist hier angebracht und man geht auch zur Ringecke des Gegners, um sich bei seinem Team zu bedanken. Das Urteil wird schnell vom Ringrichter bekannt gegeben. Ausnahme ist natürlich, wenn ein Knock-Out erzielt wurde und der Kampf vorzeitig beendet wird. Das Preisgeld wird im Anschluss übergeben. Es gehört sich einen Teil an das Trainerteam, oder an den Haupttrainer zu übergeben. Je nachdem, wie viel man für angemessen hält, oder was ausgemacht wurde. Dies zeugt von Respekt und Dank für das erworbene Wissen und die Erfahrung.
Verloren – Nicht das Ende der Welt
Verlieren ist nie lustig und fühlt sich auch nicht gut an. Trotzdem gewinnt man an Erfahrung. Ein guter Spruch und Motivator, um dran zu bleiben ist: „There is no losing. You either win or you learn“. Oft verliert man als Farang eine Entscheidung. Es hängt oft damit zusammen, dass noch das nötige Know-How bezüglich Thaiboxen in Thailand fehlt und das Regelwerk nicht immer einleuchtet. Besonders wenn man gut ist und bereits Erfahrung hat, wird einem oft ein erfahrener Gegner vorgesetzt, der genau weiß, wie er mit wenig Anstrengung, Eindruck bei der Jury machen kann. Verlieren ist wirklich nicht das Ende der Welt und es ist keine Schande. Jeder großer Kämpfer hat früher, oder später verloren. Ein Kämpferherz kann auch gezeigt werden, wenn man verloren hat und trotzdem die Kraft aufbringt, seinem Gegner, dem Team und den Trainern den nötigten Respekt zu erweisen. Aufgebrüht und wütend aus dem Ring zu stürmen und übertriebene Emotionen zu zeigen, führen nur dazu, dass man den ganzen Respekt von den anderen verliert. In Thailand verliert man mit so einer Haltung sein Gesicht. Daher, auch wenn es nicht immer einfach ist, einen kühlen Kopf bewahren, abhacken und weitermachen. Lächeln nicht vergessen ;D
Most Important: Have fun doing what you are doing!